C) Zwischen Beruf und Pflege: Unterstützung für pflegende Beschäftigte neu denken

Hintergrund

Pflege ist für viele Beschäftigte längst Teil ihrer Lebensrealität. Ende 2023 waren in Deutschland knapp 5,7 Millionen Menschen pflegebedürftig. 86 Prozent von ihnen wurden zu Hause versorgt. Gleichzeitig bestehen bereits gesetzliche Möglichkeiten, Pflege und Beruf besser zu vereinbaren. Dazu gehören unter anderem eine kurzzeitige Arbeitsverhinderung von bis zu zehn Arbeitstagen, Pflegezeit von bis zu sechs Monaten sowie Familienpflegezeit von bis zu 24 Monaten in Teilfreistellung. Trotzdem bleibt die Vereinbarkeit in der Praxis oft schwierig, weil Pflegeverantwortung meist plötzlich entsteht, sich dynamisch verändert und im Arbeitskontext lange unsichtbar bleibt (vgl. Destatis, 2024; Bundesministerium für Gesundheit, 2025).

Herausforderung

Pflegende Beschäftigte bewegen sich häufig zwischen Verantwortung, Zeitdruck, emotionaler Belastung und organisatorischer Unsicherheit. Viele Unterstützungsangebote sind vorhanden, greifen aber zu spät, sind schwer auffindbar oder nicht gut aufeinander abgestimmt. Unternehmen und Krankenkassen stehen deshalb vor der Aufgabe, Unterstützung so zu gestalten, dass sie entlastet, ohne zu überfordern, und hilft, ohne in private Lebensbereiche unangemessen einzugreifen. Gefragt sind Ansätze, die Orientierung geben, Zugang erleichtern und im Alltag tatsächlich nutzbar sind

Fragestellung

Wie können Beschäftigte mit Pflegeverantwortung besser unterstützt und entlastet werden, damit Gesundheit, Vereinbarkeit und Arbeitsfähigkeit erhalten bleiben?


Leitfragen:
•    Wie kann eine Krankenkasse pflegende Beschäftigte früher erkennen oder besser erreichen, ohne ihre private Situation unangemessen zu berühren? 
•    Welche Leistungen, Beratungsangebote oder digitalen Unterstützungsformate könnten aus Sicht der Krankenkasse sinnvoll gebündelt oder neu gedacht werden? 
•    Wie kann die Krankenkasse Beschäftigte in unterschiedlichen Pflegesituationen gezielter begleiten, von der ersten Orientierung bis zur längerfristigen Entlastung? 
•    Wie könnten Krankenkasse, Arbeitgeber und bestehende Pflegeunterstützungsangebote besser zusammenspielen, damit Hilfe im Alltag tatsächlich ankommt? 
•    Wie kann überprüft werden, ob der entwickelte Ansatz Entlastung schafft, Versorgungslücken verringert und eine hohe Akzeptanz bei den Betroffenen erreicht?